Arbeitszeiterfassung mit Fingerabdruck

Was ist Biometrie?

Unter Biometrie, im Zusammenhang mit einer Personenidentifikation, versteht man die Erkennung von Personen anhand von einzigartigen und unverwechselbaren biome­trischen Merkmalen. Diese Merkmale sind unmittelbar an den Körper der Person ge­bunden und müssen nicht erst zusätzlich zugeordnet werden. Zu den biometrischen Verfahren, die mit passiven physiologischen Merkmalen arbeiten und zur Personenidentifikation eingesetzt werden, gehören:

  • Fingerabdruckerkennung
  • Gesichtserkennung
  • Iriserkennung
  • Venenerkennung
  • Handgeometrie

Zeiterfassung per Fingerabdruck: Datenschutz im Unternehmen

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stellen sich diese Frage:

Ist eine Erfassung der Arbeitszeit per Fingerabdruck in Zeiten von DSGVO überhaupt zulässig?

Die Frage ist berechtigt, denn es geht immerhin um die Erfassung und Speicherung biometrischer Daten, also personenbezogener Daten. Vor einer Einführung sollten Sie sich mit Ihrem Datenschutzbeauftragten umfassend beraten. Eventuell ist eine Datenschutzerklärung gegenüber den Mitarbeitern erforderlich.

Wie effektiv sind biometrische Systeme?

Die Erfassung und Auswertung biometrischer Merkmale ist naturgemäß mit Messfehlern behaftet, da sich die verwendeten Merkmale sowohl im Laufe der Zeit als auch tempo­rär durch äußere Einflüsse ändern und auch die Präsentation gegenüber dem System niemals gleich erfolgt. Die zu unterschiedlichen Zeitpunkten erzeugten digitalen Abbilder des gleichen biometrischen Merkmals können also nicht zu 100% identisch sein. Es er­folgt also beim Matching deshalb keine Überprüfung auf Gleichheit sondern auf hin­reichende Ähnlichkeit.

Für die Effektivität und Sicherheit biometrischer Systeme existieren zwei allgemein anerkannte Messgrößen:

  • die Falsch-Zurückweisungsrate (FRR)
  • die Falschakzeptanzrate (FAR)

Fingerabdruck-Sensoren funktionieren nur eingeschränkt bei verschmutzten, verletzten, trockenen oder kalten Fingern. Alternativ können bei unseren Systemen auch RFID-Schlüsselanhänger verwendet werden. Gern beraten wir Sie persönlich, ob eine Zeiterfassung per Fingerabdruck in Ihrem Unternehmen geeignet ist.

Grundlagen der Fingerabdruckerkennung

Die Einzigartigkeit des Fingerabdruckes (Es existieren keine zwei Menschen mit gleichem Fingerabdruck, selbst eineiige Zwillinge mit genetisch identischer DNA weisen unter­schiedliche Fingerabdrücke auf) lassen ihn als ideal geeignet erscheinen zur Verwendung in automatisierten Erkennungssystemen. Für die automatisierte Erkennung werden die Fingerabdruck-Feinmerkmale, die so genannten Minuzien verwendet. Diese ergeben sich aus dem Vorhandensein von Verzweigungen und Endungen in der Fingerlinienstruktur. Die Anordnung dieser punktförmig definierten Merkmale ergibt ein ganz spezifisches Bild, das ebenfalls einmalig ist und sich maschinell auswerten lässt. Die Anordnung dieser Minuzien, ihre relative Lage zueinander und ihre Richtung, ist hauptsächlich zu­fällig und nicht vererbbar.

Fingerabdruck und extrahierte Minuzien


Der Ablauf der biometrischen Identifizierung ist bei allen biometrischen Systemen unab­hängig vom verwendeten Verfahren prinzipiell gleich:

  • Registrierung des Nutzers im System (Enrollment) durch Erfassung der biometrisch relevanten Eigenschaften dieser Person und Erstellung und Speicherung eines Datensatzes(Template)
  • Erfassung der biometrisch relevanten Eigenschaften einer Person, Erstellung eines Datensatzes (Templates) und Vergleich der aktuell präsentierten mit den zuvorabgespeicherten Daten (Matching).

Zur Erfassung einer Person in einem biometrischen System wird beim Enrollment vom Fingerabdruck zunächst ein Bild erzeugt. Mittels eines speziellen Algorithmus, der bei jedem Hersteller unterschiedlich ist, wird dieses in einen Datensatz, das Template, um­gewandelt und gespeichert. Es ist nicht möglich aus diesem extrahierten Datensatz auf dem umgekehrten Wege wieder einen Fingerabdruck zu generieren!

Beim Matching wird ein Vergleich zwischen dem gespeicherten Template und dem Datensatz, der bei einer erneuten Präsentation gewonnen wurde, durchgeführt. Wird eine hinreichende Übereinstimmung festgestellt, erkennt das System den Benutzer.

Warum Biometrie?

Biometrische Merkmale sind bezogen auf den Benutzer einzigartig und eindeutig. An ein biometrisches Merkmal muss sich der Benutzer nicht erinnern, er kann es weder vergessen, noch verlieren, sondern trägt es ständig bei sich. Körperliche Merkmale können nicht wie ein Passwort oder Karte einfach weitergegeben und missbräuchlich verwendet werden.

Deshalb bietet sich die Biometrie als Alternative oder Ergänzung zu herkömmlichen Methoden, wie Karte oder PIN/Passwort zum Einsatz in Zeiterfassungssystemen und Zutrittskontrollsystemen an.

Warum Fingerabdruckerkennung?

Von allen biometrischen Verfahren hat in den letzten Jahren weltweit die Erkennung anhand des Fingerabdruckes die weitaus größte Verbreitung erfahren. Deshalb existieren mit der Fingerabdruckerkennung auch die umfangreichsten praktischen Erfahrungen.

In einer 2005 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durch­geführten umfangreichen Studie zur Leistungsfähigkeit verschiedener biometrischer Systeme, erzielten Fingerabdrucksysteme mit optischen Sensoren die besten Ergebnisse (noch vor Iriserkennung und Gesichtserkennung). Es wurde bescheinigt, dass die Fingerabdruckerkennung auch für sehr hohe Sicherheitsanforderungen geeignet ist.

Gern beraten wir Sie persönlich, ob eine Zeiterfassung per Fingerabdruck in Ihrem Unternehmen geeignet ist.

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